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ISDN DSL

 

 

ISDN vs. analog

 

Die analoge Fernmeldetechnik war in der Lage gewesen, Daten jeder Art bei einem Sender in Tonsignale umzusetzen (zu modulieren), bevor sie nun durch ein entsprechend eingestelltes Empfängergerät wieder Sinn tragend (der menschlichen Absicht entsprechend) wahrnehmbar gemacht (demoduliert) wurden. Dieser Vorgang ist für jeden hörbar, der z. B. ein analoges Modem für den Internetempfang dabei beobachtet, wie es sich "einwählt" – eine Tonfolge entsteht. Digitalisierung (ISDN) heißt, Daten jeder Art in elektronische Datenpakete umzusetzen. Das heißt, der Sender "verpackt" (codiert) Audio-, Bild- und Textsignale in elektronische Impulse, die (betrachten wir den Internetempfang) von einem ISDN-Aufschlüsselungsgerät wieder decodiert werden. Ein solches Gerät wird fälschlicherweise als Modem bezeichnet, ist es aber nicht, man hört ja auch keine Tonfolge.

 

 

Den Frequenzbereich von bis zu 120 Kilohertz nicht überlasten

 

ISDN funktioniert nun generell über Glasfaserkabel, Lichtgeschwindigkeit und elektronische Datenpakete. Kabelnetze in diesem Sinne bestehen nahezu vollständig zwischen den fernmeldetechnischen Vermittlungsstationen. Die sogenannte "letzte Meile", der Weg von einer solchen Vermittlungsstation zum Endanwender hingegen, ist noch mit Kupferkabeln versehen. Die elektronischen Impulse nun, die durch Glasfaserkabel abgesendet wurden, bestehen also gleichermaßen aus den Datenpaketen, die durch Telefongespräche erzeugt werden, wie auch aus denen, die durch Online-Inhalte erzeugt werden. Ein Kupferkabel ist nun in der Lage, über eine Strecke von zwei bis fünf Kilometern (was ungefähr tatsächlich der "letzten Meile" entspricht) die Qualität von Glasfaserdaten noch zu "halten". Einem ISDN-Anschluss nun sind bis zu 10 Rufnummern zugeordnet, die gleichzeitig bedient werden können. Die Nutzung des Telefons wie auch die gleichzeitige Möglichkeit des Abrufens von Internetinhalten ist so unter Ausnutzung zweier Nebenstellen möglich. In Deutschland nun stehen für ISDN bis zu 120 Kilohertz zur Verfügung. Wird dieser nun von immer mehr Anwendern immer weniger für Telefongespräche genutzt, sondern immer mehr dafür, dass Daten aus dem Internet abgerufen werden, droht eine Beeinträchtigung der reinen ISDN-Telefonie.

 

 

Das DSL wird geboren

 


Ein Kupferkabel kann jedoch digitalisierte Daten in höheren Frequenzbereichen als nur 120 Kilohertz übertragen – nämlich bis zu 1,5 Megahertz. Somit ergab es sich nun als empfehlenswert, dem sich immer mehr steigernden Privat- und auch Geschäftsbedarf nach einer ständigen Internetnutzung wie folgt entgegenzukommen: Man warb dafür, dass Kunden die eigentliche ISDN-Frequenz bis 120 Kilohertz nur noch für Telefongespräche nutzen, während die bisher ungenutzten Frequenzen im Kupferkabel für eine "Digital Subscriber Line" (DSL) (=Leitung für Abonnenten digitaler Inhalte) zur Verfügung waren. Dateninhalte von Telefongesprächen und Dateninhalte für DSL können durch einen Splitter getrennt werden und über eine bestimmte Hardware (auch hier der fälschliche Sprachgebrauch DSL-"Modem") für Rechner übersetzt werden. Über diesen Weg können nicht mehr nur noch 64 Kilobit pro Sekunde an Internetinhalten abgerufen werden, sondern man erhält über ISDN das DSL mit Datenraten von einer Maximalrate in Höhen von bis zu 15 Megabyte.