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Internettelefonie

 

 

Telefonleitungen können mehr

 

"Internettelefonie" bezeichnet die Möglichkeit, Ferngespräche zu führen, ohne Telefonleitungen zu nutzen. Das stimmt nur halb – denn natürlich nutzt man genau dieselben Leitungen, die grundsätzlich dazu gedacht waren, für das Telefonieren die Grundlage zu bilden. Bei der Internettelefonie ist nur das Folgende anders: ISDN-Telefongespräche wurden in solchen Leitungen mit Frequenzen bis zu 120 Kilohertz übertragen. DSL-Daten haben jedoch in derselben Telefonleitung noch die Möglichkeit, einen Frequenzraum für ihre Übertragung zu nutzen, die nur durch den normalen Telefongebrauch ungenutzt bleiben. Dieser Frequenzraum reicht noch bis 2,2 Megahertz und steht allen Daten zur Verfügung, die aus dem Internet kommen (im Gegensatz zu denen, die aus Telefonen übermittelt würden).

 

 

Datenpakete voller Telefongespräche


Nutzt jedoch ein Internetbesucher die Homepage einer Firma, deren Software es ermöglicht, die Datenübertragung menschlicher Stimmen komplett als Internetdaten (richtig formuliert: binär codierten Datenpaketen) umzuformatieren, unterscheidet sich nun die reine Handlungsweise des Internetbesuchers nicht von demjenigen, der früher ISDN-Telefongespräche führte: Er nimmt ein Telefon, wählt eine Nummer und führt ein Gespräch. Die Unterschiede sind nun die Folgenden: Die "Adresse" desjenigen, den man anruft, muss nicht unbedingt eine Telefonnummer sein. Österreich bietet an, dass man seine "richtige" Telefonnummer für die Internettelefonie "mitnimmt". In Deutschland wurden z B. von dem Internettelefonie-Portal der Deutschen Telekom Nummern mit der Vorwahl "032" zu diesem Zweck zugewiesen; will jemand einen anderen anrufen, der sich ebenso kurz zuvor bei seinem "Account" der Firma "Skype" angemeldet hat, reicht es, wenn er den Benutzernamen des anderen als Ersatz einer Telefonnummer eingibt (dies ist das Prinzip, sein "virtuelles Telefon" auf einen Server zu verlagern). Internationale Überlegungen, hier ein einheitliches Nummern- bzw. Zuweisungssystem zu erstellen, sind in ihren Anfängen. Auch kann es darum gehen, dass die IP-Adresse der Anrufer als Telefonnummer gilt.

 

 

Nichts ist vollkommen


Drei Dinge sind festzustellen: 1. Überall, wo schnelles Internet besteht (gleichgültig ob mobil oder aus dem Festnetz), ist weltweites und preiswertes (wenn nicht kostenloses) Telefonieren möglich. 2. Nutzt man dies, wird man beim Gespräch Zeuge von üblichen Internet-Erscheinungen: Leicht verzögerte Datenübertragung, wie sie bei schnellem Internet unvermeidbar ist, kann zu Halleffekten führen. 3. Auch unmotivierte Sekundenabbrüche des Gesprächs können "drin" sein: Es wurde in den USA z. B. festgestellt, dass von den 365 Tagen eines Jahres durchschnittlich an 14 Internet-Telefongespräche in ihrer Qualität mittel bis stark eingeschränkt waren.